Ich sehe dich!

Piwik LogoWer das Impressum vom Stadtplan genauer studiert oder JavaScripte einzeln auf Websites freischaltet, wird es sicherlich schon entdeckt haben: Ich spioniere euch alle aus!

OK, das ist jetzt alles etwas übertrieben. Zum einen spioniere ich nicht, sondern tracke und analysiere. Und zum anderen trifft es nicht alle. Die viel beschworenen Gefahren des Nutzertrackings ergeben sich meist daraus, dass ein Nutzer über mehrere Seiten verfolgt werden kann und man dadurch ein Profil des Nutzers erstellt. Dies geht soweit, dass das Verhalten einzelner Personen bereits so gut analysiert wurde, das Schwangerschaften erraten wurden, wovon die betroffene Person selbst noch nichts wusste.

Das wohl beliebteste Tool zum Nutzertracking ist Google Analytics. Es ist für den Webmaster meist kostenlos und bietet eine reichhaltige Fülle an aufbereiteten Informationen und sinnvollen Tools. Dumm nur, dass es auf vielen Seiten verwendet wird. Der Anbieter Google sieht den Nutzer damit nicht nur auf den Google eigenen Seiten, sondern auch auf tausenden anderen Seiten. Und, dank entsprechender Schnittstellen, auch in vielen Apps!

Ich will Google nicht allein den schwarzen Peter zu schieben. Auch andere, scheinbar kostenlose Features verschiedener Anbieter, ermöglichen diesen Anbietern ein weltweites Nutzertracking. Beispielsweise der Facebook-Like-Button, die Twitter-Timeline usw..

Diese Verknüpfbarkeit ist auch bei meinem Nutzertracking möglich. Über all meine Seiten. Also alle sechs 😛 Ich setze nicht auf die Angebote der großen Anbieter, sondern setze das quelloffene Programm Piwik ein. Dadurch ist erst einmal sichergestellt, dass die Daten, die ich sammle auch bei mir bleiben. Rückschlüsse auf den Hintergrund der Besucher, sind mehr Kaffeesatzleserei. Dennoch sind Rückschlüsse möglich. Daher gelten noch ein paar andere Regeln. So muss die IP-Adresse anonymisiert werden, damit ich keinem FeM-Anschluss die Suche nach dem Freudenhaus in Ilmenau anhängen kann. Wer sich etwas auskennt, weiß dass diese Maßnahme nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Nutzer sind durch individuelle Browsereinstellungen, verwendete Plugins und vorhandene Logins in diversen sozialen Netzwerken immer noch recht gut identifizierbar. Auch wenn die Aluhutträger es nicht glauben werden: Mich interessiert das nicht.

Daher nun zum interessantesten Teil:

Was finde ich so interessant?

  • Wie surfen die Nutzer?
    Welche Browser kommen zum Einsatz, welche Betriebssystem und welche Auflösungen. Diese Fakten sind vor allem dann wichtig, wenn ich überlege, mit welchen Browsern und Systemen ich neue Funktionen testen will. Beziehungsweise, ob ich bestimmte Javascript-Bibliotheken einsetzen kann, die bestimmte Browser nicht mehr unterstützen. Mich interessieren also weniger die Einstellungen einzelner Nutzer, als viel mehr die verwendeten Komponenten der Mehrheit
  • Welche Dinge interessieren die Nutzer?
    Insbesondere beim Stadtplan (aber auch beim Blog) gibt es Zugriffswellen. Beim Stadtplan kann ich diese sogar manchmal vorhersagen. Beispielsweise wird in Ilmenau in der ersten Vorlesungswoche vermehrt nach Hörsälen und Seminarräumen gesucht (in Jena zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab). Und im Sommer erkennt man eine kleine Welle, wo vermehrt nach Adressen von Studentenwohnheimen oder von Studenten-WG-typischen Gebäuden gesucht wird. Dieses Verhalten der Massen ist dann interessant, wenn ich überlege, worauf ich mehr den Fokus legen sollte. Welche Daten eventuell noch besser ausgearbeitet oder überhaupt erfasst werden sollten.
  • Was suchen die Nutzer?
    Die Suchfunktion im Stadtplan wird immer öfter genutzt. Ich tracke nicht nur mit, wonach gesucht wird, sondern auch, ob etwas gefunden wurde. Die Suchanfragen ohne Treffer, schaue ich mir regelmäßig an und schätze ab, wie sinnvoll eine Implementation ist. Dadurch sind bereits einige Daten im Stadtplan gelandet, die vorher nicht existierten. Auch die Ähnlichkeitssuche ist ein Resultat aus diesem Tracking. (Inklusive hart codierter Ähnlichkeit von Saturnstraße und Sertürnerstraße)
  • Woher kommen die Nutzer?
    Die allermeisten Nutzer finden meine Seiten über diverse Suchmaschinen. Allen voran Google. Manche Suchmaschinen senden die eingegebene Suchanfrage mit, über die ich gefunden wurde. Einige auch den Platz in der Ergebnisliste. Diese Daten zeigen mir, wie mich Suchmaschinen einschätzen und welche Stichworte zu mir führen. Natürlich kommen auch immer wieder ein paar„Fehlergebnisse“ zu stande, da eigentlich etwas ganz anderes gesucht wurde.
    Auch hier interessiert mich vor allem, was die anderen interessiert. Damit kann man Schwerpunkte setzen und neue Ziele definieren.

Man kann mit Piwik noch mehr analysieren, jedoch interessieren mich hauptsächlich die oben beschriebenen Fakten.

Naja und noch eins: Nutzerzahlen. Es ist für mich eine Art Befriedigung, wenn ich sehe, dass meine Werke genutzt werden. Ich entwickle die Seiten meist danach, was mir selbst nützt oder um etwas auszuprobieren oder weil ich denke, es könnte wer nützlich finden. Einige Features haben sich als Fehlschlag herausgestellt. Andere müssten umdesigned werden, um besser genutzt zu werden. Dieses Wissen habe ich, mit den mir zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln, nur durch Piwik erhalten können.

Eine besondere Wertschätzung sehe ich, wenn ich von anderen Seiten verlinkt werde. Das kann ich in Piwik auch tracken, sowie die Anzahl der dadurch gewonnen Nutzer.

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