in Programmierung

WLAN im studNET in Leipzig

OpenClips / Pixabay

Wer ein Zimmer in einem Wohnheim des Studentwerks Leipzig ergattert, kommt in den Genuss des studNETs. Um ins Netz zu kommen benötigt man (Windowsmänner) eine eigene Software. Den studNET-Client. Der Rechner muss mit der zugewiesenen IP konfiguriert werden und der Client baut eine SSH-Verbindung zu einem Server auf. Bei laufender SSH-Verbindung wird nun der Netzzugang freigeschaltet. Linuxjünger dürfen die SSH-Verbindung ganz ohne Zusatzsoftware via Terminal öffnen. Nun das Problem: Heutzutage hat man nicht nur einen Rechner, sondern auch ein Handy (ein Tablet, einen eBook-Reader, ein zweithandy, ein Notebook, ein Netbook, einen Fernseher mit Netzwerkanschluss usw.). Die Aufgabe besteht darin ein WLAN-Netz zur Verfügung zu stellen, womit mein mobiles Endgerät ins Netz kann. Es gibt verschiedene Lösungsansätze:

  1. Ich baue ein Ad-Hoc-Netzwerk durch meinen Rechner auf. Der Nachteil: Die ganze Zeit muss der Rechner laufen und die Verbindung halte. Außerdem können nicht alle Smartphones adhoc netzwerken. (Android 2.3 z.B. nicht)
  2. Ich installiere zwischen Rechner und Netzwerkdose einen WLAN-Router. Dieser wird via WAN-Port an das studNET angeschlossen und die IP-Einstellungen werden wie vorgegeben vorgenommen. Mein Handy bekommt nun Netz über das WLAN, wenn entweder der Rechner läuft und die Verbindung offen hält oder ich eine SSH-Software auf dem Smartphone installiere und das Smartphone die Verbindung machen lasse. Klingt schon deutlich interessanter, aber es gibt immer noch vvvvviiieeeelll zu viele Schwachstellen und Nutzerunfreundlichkeiten, daher:
  3. die umgesetzte Möglichkeit: Es wird benötigt: 3 Netzwerkkabel, ein RaspBerry Pi inkl. SD-Karte (4GB), Netzstecker und für die Ästhetik ein Gehäuse, sowie ein WLAN-Router (in meinem Fall der TP-Link TL-WR841N WLAN-Router).
By: Thomas Kramm

Wie schon oben beschrieben, wird die Netzwerkdose vom studNET mit dem WAN-Port des WLAN-Routers verbunden. Dieser wiederrum wird mit dem Rechner verbunden (zumindest zur Einrichtung sollte einer da sein 😉 ). Außerdem wird ein aktuelles RaspBean auf die SD-Karte gespielt (wie das funktioniert wird an vielen Stellen im Netz beschrieben). SD-Karte in den Raspberry und auch diesen mit dem WLAN-Router via Ethernet (Kabel) verbinden (und gaaaanz wichtig: auch das Netzteil reinstecken und mit Strom versorgen 😉 ). Der WLAN-Router muss so eingerichtet werden, wie vom studNET vorgegeben. Also richtige IP, DNS-Server usw.. In unserem lokalen Netz müssen wir kein Gerät netzwerktechnisch einstellen, die holen sich alle notwendigen Informationen vom Router. Dem RaspBerry müssen wir nun noch beibringen die SSH-Verbindung herzustellen. Dazu verbinden wir uns nun unsererseits via SSH zum RaspBerry. Schlagt im Router nach welche IP der RaspBerry bekommen hat. Linux-Jünger können nun einfach eine Konsole aufmachen und ssh pi@IPdesRaspBerry eintippen. Windowsnutzer sollten sich spätestens hier Putty besorgen. Auch hier gilt: Verbindung aufmachen zum RaspBerry (pi@IPdesRaspBerry). Das Passwort ist standartmäßig „raspberry“. Das sollte geändert werden (außerdem installieren wir noch ein paar wichtige Programme):

https://gist.github.com/cyper85/71ddca239373eded0494#file-bash  

Nun müssen wir die Verbindung ermöglichen. Ich will, dass der RaspBerry, sobald er Strom hat, eine Verbindung aufbaut (er wird inkl. des Routers an eine Schalter-Steckdosenleiste angeschlossen). Dazu lege ich erstmal ein Skript unter an

Nun sind wir im Editor und können unseren 8zeiler schreiben. Dazu [i] drücken und folgendes angepasst reinschreiben:

nun nacheinander [Esc], [:], [w], [q] und [Enter] drücken. Leider funktioniert unser Skript noch nicht. Wir müssen noch der SSH-Verbindung vertrauen. Dazu öffnen wir einmal eine SSHverbindung mittels sudo ssh MIETERNUMMER@139.18.143.253. Bei der Frage nach dem Passwort, das studNET-Passwort eintragen. Wichtig ist es, den Fingerprint zu akzeptieren, so dass er in unserem „Adressbuch“ gespeichert wird. Und nun noch das mit dem StartUp festlegen. Dazu bearbeiten wir die Datei sudo vim /etc/rc.local. Vor dem exit 0 muss folgende Zeile eingefügt werden:

Speichern mit der obigen Tastenkombination. Nun sollte eigentlich alles funktionieren. Probieren wir es doch mal aus. Strom weg. Strom dran. Und nun schauen, obs Netz da ist.

  • Hallo,

    ist wirklich nur eine SSH-Verbindung nötig? Ich meine Okay sie haben dann im Log einen gültigen Loginversuch meiner IP und des Users aber das kann doch nicht alles sein oder?

    Witerhin wäre es gut zu wissen ob es eine Möglichkeit ohne sshpass gibt, da man es so direkt auf dd-WRT nutzen kann.

    Vielen Dank
    Frank
    CLT2014

    • Siehe Linux-Konfigurations-Anleitung.

      Es muss eine SSH-Verbindung aufgebaut UND gehalten werden. Solange die SSH-Verbindung besteht, solange hast du Netz. Sobald die SSH-Verbindung abbricht, ist das Netz weg. Ob das ganze mit OpenWRT oder einem anderen Betriebssystem für den Router möglich ist, weiß ich nicht. Bei der Einrichtung des Scriptes auf dem RaspberryPi musste ich feststellen, dass der Server kein aktuelles SSH-Protokoll spricht und vom Skript aufgebaute Verbindungen sofort wieder abgebrochen wurden. Die hier dokumentierte Lösung entstand nach stundenlanger Recherche und try&error.

  • Hallo. Ich habe ein Wlan Stick für den PC aber leider schaffe ich es nicht das es Wifi macht

  • Hallo. Ich habe mir das TP-Link TL-WR841N WLAN geholht aber ich weiss meine Lan Ip nicht

  • Yen

    Hallo,

    vielen Dank für den hilfreichen Artikel.
    Gibt es dort im Zimmer eine Dose, um einen Internetrouter anzuschließen oder kann man nur das vorhandene Internet des StuWE benutzen?

    Viele Grüße,
    Yen

    • Da kann ich leider nicht wirklich helfen. Ich wohne selbst in Ilmenau und kenne mich in den Studentenwohnheimen in Leipzig zu wenig aus. Am besten du fragst im Studentenwerk einmal nach.

  • Wohnheimer

    Könntest du vielleicht auch für diejenigen, die sich dafür nicht extra einen mini-pc bauen wollen die Variante des ad-hoc Netzwerkes erklären?
    Ich habe es im Prinzip eingerichtet aber das Handy hängt immernoch bei „Obtaining IP address“…

  • Sebastian

    Auch von mir vielen lieben Dank! Ich habe mich nun auch mal aufgerafft einen Pi für diesen Zweck zu kaufen, weil ich eine kleine Anlage zusammengelötet habe, die permantent im Internet sein soll. Zudem habe ich mir mal ein install script gebaut, welche ein neu installiertes Raspbian komplett einrichtet. Ich habe es nicht im ganzen getestet, aber die tricky Stellen sind getestet. Das betrifft das Einfügen von Zeilen in Textdateien oder das Auskommentieren in Konfigurationsdateien. Vlt. hilft es ja jmd., viel Spaß damit =)
    http://pastebin.com/0ZaHJz4e

    • Wow! Danke für das Skript!