in Ilmenau

Fahrradkonzept der Stadt Ilmenau

Vor mehr als einer Woche bekam ich total unerwartet einen Anruf aus der Stadtverwaltung Ilmenau. Diesmal nicht von der EDV-Abteilung, sondern von einer Praktikantin aus dem Sport- und Betriebsamt. Dieses ist in Ilmenau auch für die Straßen zuständig.

Die Praktikantin hat die Aufgabe gestellt bekommen, die aktuelle Radsituation in Ilmenau zu visualisieren. Ganz angetan war sie ja von der OpenCycleMap, jedoch wünschte sie sich mehrere individuelle Anpassungen. Da ich denke, dass Andy Allan nicht mal eben die Ilmenauer Sonderwünsche umsetzt, habe ich nach einer anderen Lösung gesucht.

Zum ersten Gespräch hatte ich mir diese niederländische Seite etwas angepasst, da sie viele Dinge die Radfahrer interessieren würde bereits darstellt. Leider reichten die Anpassungen nicht. Es sollte ersichtlich werden, auf welcher Straßenseite die Fahrradspuren und Angebotsstreifen verlaufen und in welche Richtung die Einbahnstraßen verlaufen. Außerdem war eine Exportfunktion gewünscht, damit die Karte inkl. Markierungen auch für den Stadtrat ausgedruckt werden kann 😉 . Desweiteren sollte eine Funktion rein, die den Datenbestand einfriert, so dass die Daten moderiert werden können.

Bisher war ich ein absoluter Fan von OpenLayers. Leider war es nicht so einfach möglich die Forderungen in OpenLayers umzusetzen. Das Framework ist schlicht zu komplex und andererseits zu verschlossen. Mein Blick schweifte auf OpenLayers3. Hier erspähte ich unter den Beispielen gleich die Exportmöglichkeit in ein Bild. Perfekt. Jetzt muss ich nur noch Overpass integrieren. Nur noch war aber schon wieder das Todesurteil. OL3 spricht nämlich kein OSM (das Datenformat, nicht die TilesLayers). Meine wahnwitzige Idee, es vllt. selbst intergrieren zu können, gab ich sehr sehr schnell wieder auf.

Alles gute ist wie immer drei. Framework #3, dass ich mir näher anschaute war Leaflet. Ich habe bisher noch nicht damit gearbeitet und laut bisher gehörter „Expertenmeinungen“ taugt es auch nur für die einfachsten Aufgaben, sei aber mit komplexeren Dingen überfordert. Was soll ich sagen: Das Framework an sich hat wirklich nicht sooooo viele Funktionen. Jedoch ist es einfach erweiterbar und bietet damit bereits jetzt eine Fülle an Plugins.

Der Nachteil: Ich musste die gesamte Funktionalität nachbauen. Der Vorteil: Nach ein wenig Einarbeitung war es fast nur noch Fleißarbeit. OK, ganz so einfach war es nicht. Es gab viel Filigranarbeit. Z.B. das Versetzen der Fahrspuren forderte einiges von meinem geometrischen Grundwissen. Auch musste ich mich etwas in Overpass einarbeiten, da ich nur die Daten für Ilmenau (innerhalb der Grenzrelation) haben wollte. Ansonsten konnte ich die Abfragen der Niederländer größtenteils übernehmen.

Das ich den Code übernehmen darf, habe ich vorher natürlich nachgefragt!

Nun, was soll ich sagen. Die Karte ist fast fertig. Ein paar Funktionen, ein paar Daten und etwas Feinschliff fehlen noch. Und leider auch besagte Exportfunktion. Habe leider keine Ahnung wie ich das bewerkstelligen soll. Zumal es am besten im A3-Format rauskommen soll (also nicht mal Browserscreenshot ist eine Lösung).

Tja, und warum erzähl ich das hier? Wieso plaudere ich über geschäftliches? Öhm… Niemand hat über Geld geredet. Ich vermute, dass ich das alles für lau mache. OK, es hat mich thematisch gereizt, zumal ich Overpass auch mal produktiv ausprobieren wollte. Und diese ungeschäftliche Beziehung ermöglicht mir großartige Freiheiten (bis hin zur schadlosen Nichterfüllung). Frage mich manchmal, ob das auch den Mitarbeitern im Amt bewusst ist.

Und wie sieht die Karte jetzt aus? Wo ist das Ergebnis?

Das präsentier ich, wenns fertig ist 😉