in Ilmenau

Erster Besuch im Waldschlößchen

Vor ein paar Monaten veröffentlichte der Neue Geheimrat (das monatliche Stadtmagazin in Ilmenau) einen Artikel über Mittagessensangebote in der Stadt. Dreizehn Restaurants und Kantinen wurden vorgestellt. Einige von ihnen kannte ich bereits. Die Beschreibungen konnte ich teils bestätigen, teils waren sie auf Grund der Momentaufnahme wohl recht positiv ausgefallen und teils hab ich überlegt, ob ich nicht doch wo anders gegessen habe. Leider fehlten bei diesem Test mehrere Mittagsangebote in der Innenstadt, die wirklich erwähnenswert gewesen wären (ich sag nur S-Bar). Es gab aber auch drei neue Adressen. Eine probierte ich heute aus: Das Waldschlößchen.

Das Restaurant befindet sich auf einem drittel Weg zwischen Ilmenau und Manebach. Es verfügt über einen Parkplatz und eine Hauseigene Bushaltestelle :P. Ich bin über den Unteren Berggrabenweg (auch Zogbaumweg genannt) via Fahrrad angereist. Es war eher ein Slalomfahren, da der Boden noch mit Zweigen vom letzten Sturm übersäht war. Hoffe ich hab mir nicht meinen Dienstmercedes damit kaputt gemacht…

Das erste negative an der Location: Man muss auf der Straße zum Restaurant laufen (der Fußweg endet an der Bushaltestelle), bzw. musste ich das letzte Stück auf der Straße fahren. Zwar müssten hier die Autofahrer 70 fahren und die meisten sind auch lieb und nett gegenüber mir Radfahrer, aber leider stechen immer die negativen Erfahrungen aus der Masse raus… Eine Verlängerung des Fußwegs wäre vllt. interessant.

Das Restaurant selbst ist von der Einrichtung her nicht besonders interessant, teilweise etwas altbacken. Dafür war mir die ältere Dame hinterm Tresen gleich sympathisch. Jeden Werktag gibt es drei Menüs, welche jeweils 3,90€ kosten. Für einen Euro Aufpreis bekommt man noch eine Vorsuppe und ein Dessert oder Kaffee zum Nachtisch. Ich hab mir das Schnitzel mit Pommes bestellt (inkl. Suppe und Nachtisch) und hab mich auf die Terrasse verdrückt. Hier hat man einen wunderbaren Blick ins Tal, auch wenn man außer Bäumen nicht wirklich viel sieht. Leider hat der letzte Sturm auf der Terrasse einige Schäden verursacht, die bisher noch nicht oder nur notdürftig geflickt wurden.

By: Andreas Neumann

Die sympatische ältere Dame war ziemlich fix. Keine 5min und die Suppe stand auf dem Tisch. Sie war einfach und nichts besonderes, aber sie hat geschmeckt (mir haben sogar die kleinen Rosenkohlrößchen darin geschmeckt, obwohl ich weiß Gott kein Rosenkohlesser bin). Wenige Minuten nach dem Ende meiner Suppe kam dann der Hauptgang. Schnitzel mit Pommes. Es waren zwei kleinere Schnitzel (wirklich lecker!) und Pommes. Für mich wirklich ausreichend. Am Nachbartisch scheiterte ein 12 jähriger Junge an der selben Portion (ohne Suppe). Das Hauptmenü war wirklich lecker und die Pommes hatten exakt die richtige Menge Salz (viele versalzen sie ja oder tun scheinbar gar keins dran). Mir fehlte nur etwas Soße dran, sprich insgesamt war es mir ein Hauch zu trocken. Beim nächsten mal frage ich, ob man da nicht was dazumachen kann (nichts kräftiges, nur was feuchtes), denn Schnitzel mit Pommes gibt es jeden Tag im Mittagsangebot (wenn auch immer in einem anderen Kästchen [siehe Bild]).

Als Nachtisch gabs Kaffee. Leider den mit Schaum und keinen richtigen Filterkaffee, dennoch schmackhaft.

Alles in Allem: Die Inneneinrichtung war eher funktional bunt zusammengestückelt. Ein Innenarchitekt, wir im Café Himmelblau war hier definitiv nicht am Werk. Die Bedienung erinnerte mich an die netten Damen vom Café Herrmannstein (einfach nur zum lieben) und sie war richtig fix. Das essen ist bodenständig und lecker. Nix extravagantes, dafür schmackhaft. Und der Preis, was soll ich sagen, war sensationell. 3,90€ das Menü + 1€ für das Drumrum + 1,30€ kleine Spezi und das ganz ohne Zuschüsse. Ich werde hier definitiv öfter mal her kommen, zumal es kein Stammessen mehr im Lindenhof gibt und Bahnhof Bad jetzt auch nicht der Bringer ist…

Achja: Die Terrasse ist toll, aber kein Idyll. Obwohl sie auf der straßeabgewanden Seite liegt, hört man den Verkehr sehr deutlich. Es ist natürlich nicht so extrem, wie bei der Bravo Pizzeria, aber auch nicht so idyllisch, wie im Café Hermannstein oder im Lindenhof. Außerdem wird man ständig von Lautsprechern im Hintergrund mit seichter Musik bedudelt.

Nächste Woche ist erstmal Betriebsurlaub im Waldschlößchen. Werde dann wohl Ende August das nächste mal vorbeischauen können.