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Letzte Nacht

Nachdem ich gestern Abend mir n bissl was von der Seele geschrieben habe (für die facebookverweigerer) wollte ich eigentlich nur noch ins Bett… 9:00 Uhr war ja Uni. Doch daraus wurde nichts. Also, im Bett lag ich schon, aber ich konnte einfach nicht mehr einschlafen. Nicht etwa weil mir der Kerl nicht mehr aus dem Kopf ging, der war weg. Hatte ihn wohl aus dem Unterbewusstsein herausgeschrieben :D. Aber die anderen beiden Fälle beschäftigten mich noch.

Das Mädel damals am Wegesrand. Es war nachts auf einer misserabel beleuchteten Straße. Ich sah sie schon von weitem. Sie saß da auf dem Bordstein. Der Kopf nach vorne gebeugt, das Gesicht nicht zu sehen. Ich fragte mich, was los sei und malte mir die schlimmsten Szenarien aus. Vllt. ne Alkoholleiche, die es nicht mehr nach Hause schafft? Vllt. hatte sie Stress mit dem Freund/Mann/Eltern? Vllt. war sie obdachlos? Vllt. war sie überfallen? Und dann war da noch die Frage: Sprichst du sie an? Was sagst du? Was machst du, wenn sie Hilfe braucht? (ich wollte ja eigentlich ins Bett). Wir kamen immer näher, die Fragen überschlugen sich. Die Gefühle und Erwartungshaltung schaukelten sich immer weiter hoch. Und dann waren wir da. „Geht es ihnen gut?“ (ja, ich sieze die Menschen noch). Der Kopf ging hoch und eine unerwartet wache nette Stimme bescheinigte Wohlbefinden. BAM. Der Höhepunkt war vorbei. Der Boden war wieder da. Nichts war passiert. Der Blutdruck halbierte sich und ich konnte heim ins Bett…

Auch die Geschichte vom Unfall damals mit der Straßenbahn kam heute Nacht immer wieder hoch. Ich war noch Oberstufen-Schüler und auf dem Heimweg von der Schule. Die Straßenbahn hatte eine unerwartete Begegnung mit einem Auto. Ich stellte mein Rad ab und versucht den Verkehr dran vorbei zu leiten (wer hat als kleiner Junge nicht mal geträumt Verkehrspolizist zu werden?). Damals nervte mich aber, wie sich die Leute aus der Affäre zogen, die ich bat zu helfen. „Ich kann das nicht“ war die wohl dümmste Antwort auf die Bitte. Was kann man da nicht? Und die Autofahrer waren teilweise auch Vollhonks! Der Unfall geschah an einer Kreuzung. Die Einfahrt zu einer Einbahnstraße war versperrt. Die Bahn stand direkt davor bis auf eine angrenzende Brücke. Es war nur noch die Gegenspur frei. Und was machen dann Autofahrer, wenn da ein 16/17jähriger steht, mitten in der Unfallstelle, so das beide Seiten ihn sehen können und er Ihnen die Ausgestreckte flache Hand entgegenstreckt? WEITERFAHREN! Was kümmert mich auch so ein Bengel? Und das Abbiegen nicht geht sieht man auch nicht ein. Da wird angehalten INNERHALB DER ENGSTELLE und man fragt MICH, ob man da rein kommt… Die gegenseite versuchte über den Bürgersteig an der Straßenbahn vorbei in die Einbahnstraße zu kommen. Funktionierte bei einigen kleinen Wagen auch. Aber irgendwann meinte auch die S-Klasse da durch zu fahren… Diese Ignoranz hat mich aufgeregt. Irgendwann kam eine Streife (ich hatte damals keinen Notruf abgesetzt. Hatte auch noch große Hemmungen da überhaupt anzurufen). Als die sich aber nur um den Unfall kümmerten hatte ich die Nase irgendwann voll. Nahm mein Rad und fuhr Heim. In der Zeitung stand nix vom Unfall oder Verletzten. Wird wohl nur ein Blechschaden gewesen sein. Was mich aber bis heute ärgert war das egoistische Verhalten, sowohl von den Passanten, als auch von den Autofahrern. Und n bissl auch, dass nicht wenigstens einer der beiden Polizisten zu mir kam und mich entweder ablöste oder wenigstens aus dem Dienst entlies. Erst später in den Erste Hilfe Kursen wurde mir eingebläut. Wenn man was tut, dann bis man abgelöst wird. Solange sollte man weiter tun.

 

Na egal. Das Ende vom Lied: Ich bin erst gegen 4 eingeschlafen und dementsprechen heute morgen nicht aus dem Bett gekommen. Gut so, denn als ich mich für die 11:00 Uhr Veranstaltungen fertig machte las ich nochmal schnell meine Mails. Und da kündigte sich (um 9:15 Uhr) für 11:00 Uhr der Heizungsbauer an. Also fiel auch die flach. Dafür wird morgen endlich die Heizung repariert. Der Sommer kann also kommen 😀