Bunter(?)Kaffee

Demnächst findet wieder eine Antidiskriminierungswoche auf dem Campus statt. Wie ich so bin, schaue ich mir halt auch dieses Programm an. Eigentlich erwarte ich ja, dass irgendwann auch Antikirchliche Programmpunkte kommen, aber das haben sie bisher nicht zustande gebracht (ja und ich habe Vorurteile gegenüber diesen vom StuRa gestützten Veranstaltungen).

Die wichtigsten Themen sind wieder dabei. Frauenrechte, Sexuelle Identität, Sexismus. Interessant könnte tatsächlich der erste Tag sein. Die Geschlechterfrage ändert sich schon seit langem und wird sich weiter ändern. Für mich ist eher fraglich in wie weit man es konkretisieren muss und wo die Grenze zur Einbildung erreicht ist. Ich will hier niemanden auf die Füße treten, aber schon die Kontruktion der Transgender, also Leuten die sich keinem Geschlecht im klassischen Sinn zugehörig fühlen, finde ich persönlich weit hergeholt und auch schwer vermittelbar. Aber vllt. wird das in ein paar Generationen normaler Alltag sein. Vllt. wird es auch verschwunden sein. Oder es ist wie bisher… Wer weiß das schon? (außer der da oben) Der Vergleich mit der Gleichstellung der Frau zum Mann in diesem Thema hinkt übrigens etwas. Klar war vor 100 Jahren nur schwer vorstellbar, dass die Frauen arbeiten gehen oder gar auf Augenhöhe mit den Männern sind. Und der Prozess der Gleichstellung ist noch lange nicht abgeschlossen. Dennoch haben wir heute VIELE Frauen die arbeiten und ihren Weg gefunden haben. Bei Transgendern reden wir laut Wikipedia von einem promilligen Anteil in der Bevölkerung. Selbst wenn man sie gesetzlich gleichstellt ist schon diese massive Minderheit auch in Zukunft ein Grund Schwierigkeiten zu haben… Naja egal

Tag zwei… Naja ich finde den einführenden Satz etwas irritierend. Bis ich ihn langsam in allen Details nochmal gelesen hab. Für die Veranstalter ist Feminismus „synonym für Freiheit, Gleichberechtigung, Vielfalt und den Willen, innerhalb einer Gesellschaft miteinander auf Augenhöhe zu leben und freie Entscheidungen treffen zu können“. Jup. Für andere ist es aber leider auch Synonym für mehr. Das kommt weniger durch Vorurteile, sondern mehr durch Erfahrungswerte und Eigeninterpretationen von Ereignissen.

Tag drei: WOW!!! Das Thema hätte ich NICHT erwartet! Ich war baff. Und dann setzte ich mich mit dem Referenten auseinander Bereits im Portfolio wird eindeutig auf sein Werk „Die antifeministische Männerrechtsbewegung. Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung“ hingewiesen. Im Vorwort dieses Werkes finde ich leider meine Vorurteile bestätigt. Grob von mir interpretiert: Das Vorurteil, durch Gleichstellung käme es zur Unterdrückung des Mannes sei ein Ausdruck Antifeminismus, der primär von drei Gruppen getragen wird:

  1. „Eine ihrer Strömungen vertritt eine Mischung von (Rechts-)Populismus, aus Nationalismus und Frauenfeindlichkeit, mit homophoben und rassistischen Einstellungen versetzt“
  2. „Eine weitere Strömung verteufelt alles, was des Staates ist; Gleichstellungspolitik wird grundsätzlich als staatliche Bevormundung abgelehnt“
  3. „ein kleiner extremer Flügel“ will „die Abschaffung des Frauenwahlrechts oder die Wiedereinführung eines Familienoberhaupts“

Ahja… Also wenn ich auf Missstände oder fragliche Konstrukte, die sich irgendwie gegenseitig wiedersprechen, hinweise, bin ich Nazi, Ultrakonservativ oder -liberal? Klasse!

Mein Fazit: Die Woche wird an mir vorüber gehen, wie auch die vorherigen. Einige werden sich danach beglückwünschen wie toll es doch war, doch die meisten wird es einfach nicht interessieren. Schade, da Gleichstellung tatsächlich auch heute noch ein Problem ist, bei dem es viele Ansätze und Ideen gibt ihr zu begegnen. Ich rede dabei nicht nur von Gleichstellung von Mann und Frau. Heute muss man auch deutlich auf andere Bereiche verweisen: Gleichstellung (zumindest im Arbeitsleben zu erwarten) mit Nichteinheimischen/Homosexuellen/Andersdenkenden. Letzteres würde übrigens auch bedeuten, dass die Andersmeinenden vom StuRa&Co. nicht als Falschdenkende pauschal abgelehnt werden dürfen. Wenn man Vielfalt auf dem Campus fordert, sollte man dafür auch einstehen ;). Und da sind wir bei meiner Überschrift. Bunt mag der Kaffee ja sein, aber er enthält eindeutig nicht alle Farbtöne, sondern nur die gewollten!

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