in Gottesdienst

Von der Lilyponddatei zum Liedzettel

Lilypond ist ein feines Programm. Es ermöglicht das erstellen von Notenblättern für ganze Orchester. OK, soweit hab ich es noch nie getrieben, jedoch erstelle ich mit Vorliebe damit Liedzettel für Gottesdienste und andere Anlässe. Wie mach ich das?

1. Lilypond-Datei erstellen

Das werde ich jetzt nicht schreiben, da das Thema genug Stoff für eine ganze Buchreihe gibt. Im Netz gibt es aber viele ausführliche Beispiele. Daher nenn ich unsere nun erstellte Datei auch Beispiel.ly.

2. TeX-Datei erstellen

Es bietet sich an, ersteinmal das Grundgerüst und das Design zu erstellen. Das ganze speichert man nun nicht in eine .tex, sondern in eine .lytex Datei. Die Endung ist eigentlich egal, aber es hilft uns später sie zu unterscheiden.

Man baut die lytex-Datei, wie eine LaTeX-Datei. An die Stelle, wo die Noten hinkommen sollen, wird folgender Code-Fetzen eingefügt:

[cce lang=“latex“]
\lilypondfile[staffsize=16]{Beispiel.ly}
\vspace{5mm} %Notwendig, um Abstand zum nachfolgenden zu erstellen
[/cce]

Wichtige Erfahrung, die ich bisher gemacht habe: Der Pfad, in denen die Dateien liegen, darf unter WIndows keine Leerzeichen oder Sonderzeichen beinhalten. Die Dateinamen sollten sowohl unter Windows, als auch unter Linux keine Leerzeichen oder Sonderzeichen enthalten. Sonst gehts schief ;).

3. Das Setzen

Das Setzen des Liedzettels hat nun zwei Schritte. Einmal muss man die TeX-Datei an Lilypond übergeben. Dieses erstellt die Noten entsprechend der Breiten und Höhen in der LaTeX-Datei. Das Ergebnis ist unteranderem eine *.tex-Datei, die man nun nur noch PDFLaTeX übergeben muss. Um es etwas übersichtlicher zu gestalten, hab ich die Option „-o out“ verwendet. Diese weißt Lilypond an, die zu erstellenden Dateien in dem Unterordner ./out/ zu schreiben. Hier also meine Befehlszeile:

[cce lang=“bash“]
lilypond-book –pdf -o out liedzettel.lytex && cd out && pdflatex liedzettel.tex && cd ..
[/cce]

Viel Spaß beim weiterverwenden!

  • Das mit den Sonderzeichen und Leerzeichen ist nach (nicht erfolgreichen) Test durch Elisabeth auch unter Linux ein Problem…

  • Alexander

    Hallo!

    Ich suche seit bald zwei Tagen nach einer Lösung, vielleicht kannst Du mir weiterhelfen. Mit Latex kenne ich mich ganz gut und schreibe damit meine Arbeiten. Mit Lillypond konnte ich einige Kirchenlieder setzen. Mir gelingt es jedoch einfach nicht, „Lilypond Latex zu übergeben“, weil ich einfach nicht weiß, was das heißt bzw. was zu tun ist. Ich bin zu dumm, um zu begreifen, wo ich die Befehlszeile anwende. Kannst Du weiterhelfen?

    Vielen Dank! AL

    • Nicht das die Leser jetzt denken, ich hätte nix geantwortet. Das Problem konnte nach einigen Mails gelöst werden. Es lag wohl an einer fehlerhaften Installation von Lilypond oder LaTeX (k.A.) Aber scheinbar wurde am Ende das gewünschte Notenblatt kompiliert 🙂

  • Daniel

    Hallo!

    Schön, dass man nicht allein auf der Welt ist, wenn man Liedzettel in Latex und Lilypond setzt.
    Gibt es eine Art Datenbank mit den geläufigsten Liedern oder legt die jeder für sich aufs Neue an? 😉

    Beste Grüße

    Daniel

    • Das mit der Datenbank ist nicht so einfach. Viele Lieder sind schlicht und ergreifend verwertungsrechtlich geschützt. Damit sie nicht mehr geschützt sind, müssen der Komponist, der Texter und der Überarbeiter jeweils mindestens siebzig Jahre tot sein. Es gibt einzelne freie Archive, wie Kinder wollen singen, wo auch ich schon Lieder beigetragen habe. Ansonsten kann man sich nur sein Privatarchiv aufbauen (was man niemanden sagen darf, außer man zahlt Lizenzgebühren) und tauscht sich evtl. mit Gleichgesinnten, die man gut kennt, aus.