in Off-Topic

Das mit dem Fanatikern und dem Internet

Fefe hat heute ein Kommentar zu einer Aussage von Präsident Sarkozy gepostet. Das Problem an der Geschichte ist, die Aussage hat zwei Seiten:

Im Internet gibt es nicht nur Seiten zu jedem Thema, nein auch zu fast jeder Ansicht auf ein Thema. Nutzer, die sich in einem Themen- und Meinungsbereich wohl fühlen, bewegen sich nur selten über die Meinungsgrenzen hinaus, bzw. sehen andere Meinungen als falsch oder fehlerhaft an, die sie im Netz finden. In ihrer eigenen Region fühlen sie sich außerdem in ihrer Meinung bestätigt, da es ja auch andere gibt, die sie in ihrem Handeln bestärken.

Ein Beispiel wäre kreuz.net. Man kann das Portal als Ansammlung einiger Verrückter ansehen, die sich mal auslassen wollen. Oder man nimmt es ernst und überlegt sich, ob die ein oder andere Ankündigung und Bemerkung ernst genommen werden sollte.

Wenn man nun überlegt, dass unter der Minderheit der Extremisten, die sich da im Netz tummeln eine Minderheit findet, die das, was sie sagen, in die Tat umsetzen würden und unter diesen sich eine Minderheit findet, der es auch wirklich tut, kommt man oft bei einer Anzahl an, die man an einer Hand abzählen kann.

Die Idee, die Sarkozy und einige andere hier haben ist, den Extremisten die Austauschplattform Internet zu entziehen. Denn oftmals findet sich in der näheren Umgebung nicht all zu viele dieser Meinung, wobei man im Netz auf einen viel größeren Pool zurückgreifen kann. Entzieht man nun die Austauschplattform, fühlen sich Extremisten nicht ganz so bestätigt, bzw. schaukelt sich ihr Wille eine extremistische Tat zu begehen nicht so schnell auf.

ABER: Und hier liegt das Problem: Was ist eine extremistische Äußerung? Rein theoretisch ist ja alles, was gegen die Verfassung verstößt eine extremistische Äußerung. Also auch alle Äußerungen, die für eine Verfassungsänderung sind. Oftmals finden sich extremistische Äußerungen auch in ganz gemäßigten Gefilden. Entweder, weil sich eine Diskussion aufgeschaukelt hat oder weil man eine Idee verfolgt, die gegen jede derzeitige Norm verstößt. Ideen verfolgen, bzw. diskuttieren heißt übrigens noch nicht, sie umzusetzen ;).

Im Endeffekt könnte durch diese Forderung einer allgemeinen Zensur wieder Tür und Tor geöffnet werden, in dem man alles, was nicht der Norm entspricht oder nicht der aktuellen Politik, als extremistisch einstuft.

Jetzt ist die rein ethische Frage, was wiegt schwerer. Der Tod mehrerer Menschen, den man durch das Sperren solcher Austauschplattformen evtl. verhindern kann. Oder die Meinungsfreiheit eines jeden Menschen, die evtl. durch eine solche juristische Vorgehensweise beschränkt werden kann.

Tja, und wie oben schon erwähnt, gibt es darüber viele Meinungen.