in KSG

Extremismus in der Katholischen Kirche

Linker, Rechter oder Islamischer Extremismus ist in der heutigen Gesellschaft nicht unbekannt. Doch was die wenigsten wissen: Auch in unserer Kirche ist Extremismus leider kein Fremdwort.

Um dies zu verstehen, muss man sich erst einmal das Wort „Extremismus“ definieren. Im AKH-Seminar Linksextremismus, im November 2010, war dabei eine einfache Definition entstanden. Als Extremistisch gilt, wer gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung ist. Natürlich ging es uns damals um den politischen Extremismus, aber zu dieser Grundordnung gehören, laut Grundgesetz und Bundesverfassungsgesetz, auch die Menschenrechte. Und in den Menschenrechten ist die Religionsfreiheit verankert.

Nun steht in der Bibel, dem religiösen Standartwerk eines Katholiken, als erstes der zehn Gebote geschrieben:

Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.
Ex 20,3

Dieses Gebot nehmen einige zum Anlass, die Religionsausübung von Mitbürgern zu torpedieren. Da wird der Buddhismus als Sekte diffamiert, eine Moschee ist pauschal das Anwerbebüro für Bombenbauer und interreligiöse Friedengebete in einer Kathedrale sind eine Kirchenschändung und Gotteslästerung.

Erst vor kurzem sahen sich führende Kirchenvertreter genötigt, ein Machtwort zu sprechen, als in Österreich ein geplanter buddhistischer Friedenstempel in der Öffentlichkeit unter dem Deckmantel des katholischen Glaubens diffamiert wurde.

Siehe dazu Waldviertler Friedenstempel: Respektvolle Diskussion gefordert

Dies ist leider kein Einzelfall. Einerseits fordern diese Menschen lauthals die Religionsfreiheit in den Islamischen Ländern und schimpfen, wenn dort keine Kirchen gebaut werden dürfen, andererseits wollen sie die gleichen Maßstäbe der dortigen Religionsführer hier auf „ihre“ Gesellschaft anwenden.

Vielen Katholiken hier in der Diaspora ist so ein Verhalten unverständlich. Profitieren wir doch hier auch von diesem Menschenrecht. Würde es die Religionsfreiheit nicht geben, gäbe es auch kein Glockenläuten mehr, keine Prozessionen, keinen Religionsunterricht, keine Sonderregeln für die ehrenamtliche oder die karitative Arbeit vor Ort. Wir, die 8% Katholiken in Thüringen, können froh sein, in der hiesigen Gesellschaft so akzeptiert und respektiert zu sein, auch wenn in Thüringen die Mehrheit mittlerweile nicht mehr einer christlichen Gemeinschaft angehört.